5 Hocker, 5 Stühle und 5 Tische von Hand hergestellt. Schwerpunkte bei diesen Arbeiten war das richtige Arbeiten mit den verschiedenen Handwerkzeugen (Sägen, Stemmen, Hobeln, Schleifen, Oberflächenbe­handlung und Schärfen der Handwerkzeuge).

Der Vorteil dieser Kursform war, dass die Schreinerlehrer anhand von Feedback Ihrer Kollegen methodisch und didaktisch viel gelernt haben. Zeitgleich wurden den Lehrlingen in ihrer Sprache die Grundkenntnisse für das richtige Arbeiten mit den Handwerkzeugen vermittelt.


GK: Was wolltest du mit dem Seminar erreichen?

TZ: Für die Schreiner-Lehrlinge sind handwerkliche Grundkenntnisse sehr wichtig, da sie nach ihrer Ausbildung voraussichtlich in Betrieben arbeiten, wo meistens noch alles von Hand (ohne Maschinen) gefertigt wird. Am Kurs haben sie erlebt, dass auch mit Handwerkzeugen Schreiner­produkte in guter Qualität gefertigt werden können.

Sehr wichtig ist nun, dass die Schreinerlehrer mit Ihren Lehrlingen diese Kenntnisse durch üben, üben, üben vertiefen.

Für mich persönlich ist aber auch wichtig, dass diese jungen Leute in Afrika zu guten Schreinern / Schneiderinnen / Köchinnen etc. ausgebildet werden, damit sie mit ihrem Beruf ihren Lebensunterhalt bestreiten können und somit auch nicht Verdienst­möglich­keiten in andern Ländern (z.B. in Europa) suchen müssen.


GK: Wer waren die Teilnehmer und wie haben sie gearbeitet? Sind die angestellten Schreiner­lehrer ihrer Aufgabe gewachsen?

TZ: Die Schreinerlehrlinge waren junge Leute aus der Umgebung, welche eine 2 jährige Schreinerlehre absolvieren.

Die Schreinerlehrer waren gute Handwerker welche an den Ausbildungszentren in Boma und Imani unterrichten. Sie hatten aber wenig Unterrichtserfahrung. Sehr oft haben Sie gearbeitet und die Lehrlinge mussten ihnen dabei zusehen. Am Kurs haben sie dann aber gelernt, die Handhabung der Werkzeuge für die verschiedenen Arbeitsgänge schrittweise vorzuzeigen und diese dann durch die Lehrlinge ausführen zu lassen.


GK: Wo gibt es deiner Meinung nach noch Lücken in der Ausbildung?

TZ: Die Kursleiter und die Lehrlinge müssen noch an einem weiteren Kurs in der Nutzung der stationären Maschinen geschult werden. Einen solchen Kurs haben wir mit Herrn Otto Vogel als Kursleiter im November/Dezember 2015 vorgesehen.

Wichtig finde ich auch, dass für die Kurszentren eigene Produkte entwickelt werden, welche durch die Lehrlinge erstellt werden können und an denen die Lehrlinge ihre Fähigkeiten vertiefen und üben können. Diese Produkte sollten aber auch verkauft werden können. Dafür sind aber noch ein Vertrieb und Verkaufsstellen notwendig.


GK: Findest du die Schreinerwerkstatt für afrikanische Verhältnisse geeignet?

TZ: In der Schreinerwerkstatt von Boma ist eine einfache, zweckmässige Infrastruktur vorhanden. Damit können zukünftige Schreiner gut ausgebildet werden. Es können aber auch Produkte in guter Qualität für eine regionale Kundschaft und für öffentliche Institutionen hergestellt werden.


GK: Wie sieht dein Konzept aus und entspricht er in etwa dem tansanischen Lehrplan?

TZ: Für die Kinder/Waisenkinder wird mit den Ausbildungszentren nach Beendigung ihrer Schulzeit die Möglichkeit geschaffen, dass sie einen Beruf lernen können mit dem sie später ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Meinem Konzept habe ich mit dem tansanischen Lehrplan abgestimmt. Wichtig ist mir, dass für die Ausbildung auf ein optimales Verhältnis von Theorie und praktischer Ausbildung geachtet wird. Während der Ausbildungszeit sollte mindestens ca. 60 bis 70 % für das praktische Üben und Arbeiten verwendet werden.


GK: Ist diese Schreinerlehre auch für Behinderte (z.B. Taubstumme) machbar?

TZ: Taubstumme können sehr gut zum Schreiner aber auch zur Schneiderin oder zur Köchin ausgebildet werden. Die handwerklichen Fähigkeiten und Kenntnisse können ihnen dabei sehr gut visuell vermittelt werden.


GK: Viele Lehrlinge können das Schulgeld nicht oder nicht voll bezahlen. Wie könnte die Schule selbsttragend gestaltet werden ohne dauernde Unterstützung mit Spendengeldern?

TZ: Mit der Leitung der Berufsschule (Sr. Domenica) habe ich besprochen, dass sie versuchen, ein Konzept für dieses Berufszentrum (Ausbildungsziel, Organisation der Aus­bildung, Finanzierung und Ausbildungsprogramm) zu erarbeiten welches vorsieht, dass der Betrieb sich selber finanzieren kann.


GK: Was hast du für Wünsche an die Jugendlichen/Schule?

TZ: Für die Zukunft sollte eine Lösung für die Unterkunft (Wohn- und Schlafgelegenheit) für die Lehrlinge realisiert werden. Wohnmöglichkeiten (gegen Kostgeld) bei Familien in der näheren Umgebung der Ausbildungsstätte wären eine Option, um dieses Problem zu lösen und zugleich könnten diese Familien dabei mit der Beherbergung  etwas Geld verdienen.

Weiter finde ich wichtig, dass die Lehrlinge nach Beendigung der Lehre bei der Arbeitsuche unterstützt werden.


Vielen Dank Toni Ziltener für deinen erfolgreichen Einsatz.                                               TZ / Herbst 2015







Weiterbildung der Schreinerlehrer in der Berufsschule Zentrum Boma


Guido Kümin (GK) sprach mit dem pensionierten Schreinermeister Toni Ziltener (TZ) aus Rorschach. Er ist ein erfahrener Ausbildner, der schon viele Auslandeinsätze für Swisscontact absolviert hat.

GK: Du hast schon dreimal im Zentrum Boma gearbeitet. Zuerst bei der Einrichtung der Schreinerwerkstatt mit den gesammelten Maschinen aus der Schweiz, dann in der Entwicklung eines Schulungskonzepts. Jetzt hast du ein Weiterbildungsseminar für Schreinerlehrer durchgeführt? Wie sah dieses Weiterbildungs-seminar aus?

TZ: An dieser Ausbildung haben 7 Schreinerlehrer und 9 Schrei-nerlehrlinge sowie Sr. Domenica (Leiterin der Berufsschule Boma) teilgenommen.

Anhand eines von mir vorgegebenen Kursprogramms (Arbeiten mit Handwerkzeugen) haben die Schreinerlehrer jeweils abwechselnd, für eine Kurseinheit, die Lehrlinge (in Suaheli) unterrichtet und ausgebildet. Die durchgeführten  Unterrichtseinheiten haben wir dann am Abend mit den jeweiligen Schreinerlehrern besprochen.

Während den 10 Kurstagen (2 Wochen) haben  die Lehrlinge

Kursleiter Toni Ziltener umrahmt von Schreinerlehrlingen

Die  Unterrichtsfähigkeit und -erfahrung  der Schreinerlehrer wird getestet und verbessert.

Am Kurs nahmen Lehrer der Werkstätten in den Berufsschulen Boma und Imani teil.

Kursort war die Schreinerwerkstatt Boma.

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