KARIBU Kinderhilfe

Karibu

Gespräch mit Sr. Benedicta Mosha, Gründerin und Leiterin des Zentrums Boma (bis 2011 und wieder ab 2015)


Meine Arbeit mit den Behinderten

Schon als Kind half ich im Geheimen einem verkrüppelten Buben in der Nachbarschaft, schenkte ihm Sachen von unserem Tisch oder aus dem Laden meines Onkels. In den 90-er Jahren kamen zwei blinde Kinder zu uns Schwestern und baten um Hilfe, in die Schule gehen zu können. Ich ging der Sache nach und wir versuchten, ihnen zu helfen, sahen aber auch wie schwierig das war beim Mangel an Verständnis für Behinderungen in unserer Gesellschaft und in unserem Schulsystem.

2001 kam ich nach Boma und eröffnete mit einer kleinen Gruppe Kinder das Heim in einem bescheidenen Gebäude.


Freudvolle Erfahrungen

Es ist für mich immer eine Freude zu sehen, wie Kinder sich entwickeln und ihre Talente entdecken und dadurch Selbstvertrauen und Freude am Leben bekommen. Das Heim ist christlich ausgerichtet. Wir haben aber Kinder verschiedener Konfessionen und Religionen im Heim.


Meine Sorgen und Wünsche

Ich wünsche mir, dass die Kinder und Lehrer jeden Tag zu essen haben und was sie sonst zum Leben brauchen. Wir brauchen jede Woche sieben Säcke Mais. Ich vertraue ganz auf die Vorsehung und die Hilfe guter Menschen. Bisher sind wir immer durchgekommen. Die Gegend ist sehr trocken, dieses Jahr 2009 war das schlimmste Jahr seit meiner Ankunft. Sorge bereitet mir, was mit den Jugendlichen geschieht, wenn sie die Grundschule abschliessen? Im ganzen Land gibt es keine “Inclusive Secondary School“ und in der normalen Sekundarschule werden diese Kinder nicht angenommen.


Die ärztliche Betreuung der Kinder ist nicht immer leicht wegen der Transportkosten zum Spital. Ich habe selber einige wertvolle Instrumente wie Timpanometer, Autoskop, Autolight, auch für den Guss von angepassten Ohrmuschelstücken für die Hörgeräte. Hörgerate sind allerdings sehr teuer und fast unerschwinglich für uns.


Für die Schule brauchen wir noch mehr Speziallehrer, Angestelltenhäuser, einen Speisesaal, einen zweiten Bubenschlafsaal, eine Bibliothek, eine Krankenstation (teilweise gebaut).   Interview vom Oktober 2009.

                                                                                        

Herkunft und Schulung

Ich bin 1958 in Rosho Kilema (am südlichen Ausläufer des Kilimanjaros) als jüngstes von 10 Kindern geboren, als Nachzügler 12 Jahre nach dem neunten Kind meiner Eltern.

Mit 6 Jahren kam ich zu meinem Bruder in Rombo, der für eine Versicherung arbeitete und zu Hause einen Laden führte. Er hatte selber drei Kinder und schickte mich in die Primarschule, die ich 1978 abschloss. In Weruweru bei Moshi (eine bekannte Sekundarschule der Regierung) besuchte ich vier Jahre die Sekundarschule (bis 1982), anschliessend in Mtwara im entfernten Süden des Landes das Lehrerseminar, und unterrichtete dann ein Jahr an der Mlimani Primarschule auf dem Universitätscampus in Dar es Salaam.


Ordenseintritt / Spezialausbildung

Mit 24 Jahren trat ich bei den Huruma Schwestern ein, Profess mit Alter 27.

Als Lehrerin im Dienst der Regierung wurde ich nach Tabora geschickt für eine zweijährige Ausbildung für Blinde und Taubstumme, dann zwei Jahre nach Singida für Heimerziehung. 1989 kehrte ich nach Moshi zurück und unterrichtete in der Mwereni Primary School. Später hatte ich Gelegenheit, in Nairobi einen Jahreskurs in “inclusive teaching“ (normale und behinderte Kinder werden in der gleichen Klasse unterrichtet) zu machen.


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