KARIBU Kinderhilfe

Karibu

Energienotstand im Huruma-Spital behoben


Was lange währt wird endlich gut. Schon vor fünf Jahren hatte uns die Spitalleitung auf die katastrophale Situation durch die häufigen Stromausfälle aufmerksam gemacht. KARIBU-Kinderhilfe sah sich mehrmalssich in der Schweiz nach einem Notstromgenerator um. Wir hatten Möglichkeiten bei dem Engadiner-Kraftwerk, bei der CKW, bei der Stadt Luzern. Alle Bemühungen haben sich leider in Luft aufgelöst. Auf nochmaliges dringliches Bitten des Huruma-Chefarztes Dr. Kyejo haben wir anfangs 2012 nochmals einen Anlauf gestartet. Wir durchforsteten europäische Maschinenmärkte im Internet. Schliesslich konnten wir Dr. Kyejo und dem Spitalelektriker elf passende Angebote für Occasions- Generatoren unterbreitet. Sie haben sich für ein Modell entschieden, das in Tansania häufig im Gebrauch ist: ein Generator der Marke Gesan. Da diese Occasion in Frankreich angeboten wurde, mussten wir den Transport von Dijon nach Tanga organisieren (und leider auch zahlen, da kein Spender zur Verfügung stand). Sehr von Vorteil war, dass der Anbieter als junger Mann zwei Jahre in Arusha gearbeitet hatte und deshalb nach gründlicher Revision und Service, den Generator in eine Folie einschweisste, bevor er in den Container kam. Dies um einem Diebstahl vorzubeugen. Danach trat der Generator die lange Reise an:  per Camion nach Marseille, mit dem Container-Schiff durch den Suezkanal, an Somalia vorbei bis nach Tanga. Da dessen Hafen zu klein ist für ein Containerschiff, wurde er ausserhalb auf ein kleineres Schiff umgeladen. Das Spital erledigte die Zollformalitäten und holte den Generator ab. Grosse Freude herrschte im Huruma Spital, als er eintraf und sogleich problemlos funktionierte.  




















Gespräch mit dem Spitalelektriker Lyakurwa, Huruma-Spital


Herkunft und Ausbildung

Meine Heimat ist Mkuu, in der östlichen Hügellandschaft des Kilimanjaro. Ich bin 39-jährig und war das älteste von 6 Kindern. Nach der Primarschule begann ich die Lehre als Elektriker, welche ich 1992 abschloss. Seit 1994 bin ich im Huruma Hospital als Spitalelektriker angestellt. 1996 hatte ich die Gelegenheit an einem Kurs für Medizintechnik in Dodoma teilzunehmen. Dodoma ist die Hauptstadt von Tansania. Ich bin verheiratet und habe zwei Knaben, ein Mädchen.


Sie haben nun einen leistungsfähigen Generator erhalten. Wie ist ihr Befinden?

Grossartig! Ich freue mich riesig! Er ist mein Baby, mein Star! Er läuft wunderbar! Er kam in einem tadellosen Zustand hier an.


Warum brauchte das Spital einen stärkeren Generator?

Wir haben häufig Stromausfälle, manchmal den ganzen Tag. Bis heute musste das Spital auf die beiden alten Stand-by Generatoren aus den 1970er Jahren zurückgreifen. Ihre schwache Leistung konnte nur einen Teil der Strombedürfnisse des Huruma Hospitals abdecken. Bei jedem Stromausfall lastete die Angst auf mir, dass einer der Generatoren ausfallen könnte. Als Spitalelektriker bin ich verantwortlich für das reibungslose Funktionieren aller Anlagen. Ich betreue eine kleine Reparaturwerkstatt mit einem mir unterstellten Mechaniker.  


Wo wird der Generator untergebracht?

Das alte Generatoren-Häuschen liegt leider sehr ungünstig in der Nähe eines Patiententrakts. Wenn Notstrom benötigt wird, was häufig vorkommt, so führt das zu Lärm- und Abgasimmissionen. Da es zudem viel zu klein für den neuen Generator ist, haben wir frühzeitig mit dem Bau eines grösseren begonnen.


Wie steht es mit Ihrer Arbeitsbelastung?

Ich arbeite 7 Tage pro Woche. Normaler weise kann ich keinen freien Tag nehmen. Oft habe ich auch Piketdienst und dann schlafe ich im Spital. Meine Frau ist im Sekretariat des Spitals beschäftigt. Wir kommen mit dem Bus zur Arbeit.


Bleibt Ihnen Zeit für ein Hobby?

Leider wenig! Nur etwas Fernsehen und ab und zu Fussball mit Freunden.


Was essen Sie am liebsten?

Wir haben eine beschränkte Auswahl an Speisen. Meine Frau Hedwiga kocht, meistens Maisbrei (Ugali) oder Reis mit gekochten Bananen.


Mit nur drei Kindern sollten Sie finanziell gut über die Runden kommen.

Der afrikanische Familiensinn und die schlechte Beschäftigungslage bringt es mit sich, dass ich auch noch für das Schulgeld von drei Kindern meiner Geschwister aufkommen muss. Mit Ausnahme eines Bruders können sich meine Geschwister die Schulgelder nicht leisten arbeitslos/Gelegenheits-arbeiter). Mein Lohn als Spitalelektriker reicht bei weitem nicht aus, um diese Schulgelder zu finanzieren. Ich musste mich bereits bei der Bank verschulden, obwohl auch meine Frau eine Arbeitsstelle hat. Die finanziellen Sorgen lasten schwer auf mir. Sie belasten mein Gemüt und ich sehe oft schwarz für die Zukunft. Zum Glück habe ich meine Arbeit, die vielfältig und interessant ist.


Wird der Generator Ihre Ansprüche befriedigen?

Voll und ganz. Er ist leistungsfähig genug, um alle Stromquellen des Spitals abzudecken. Ich bin überzeugt, dass er uns mehr als 20 Jahre beste Dienst leisten wird



Guido Kümin / September 2012






Der Spitalelektriker, Herr Lyakuwa, freut sich über den fast neuwertigen Generator!

Da neue „Powerhäuschen“ schützt die Patienten vor Lärm und Abgasen.

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Der alte Notstromgenerator war in einem  

erbärmlichen Zustand