KARIBU Kinderhilfe

Karibu


Das Zentrum Boma ist ein relativ sicherer Hort für Albino-Kinder


In den letzten Jahren waren durchschnittlich zwischen 22 und 27 Albinos im Heim untergebracht und besuchten den Kindergarten oder die Primarschule. Ihre Sicherheit liegt der KARIBU-Kinderhilfe sehr am Herzen. So haben wir einen Zaun um das Areal herum errichten lassen. Ein Nachtwächter mit zwei Hunden besorgt den Nachtdienst. Er ist ein Massai und mit einem Speer bewaffnet. Wir sind uns bewusst, dass es keine absolute Sicherheit geben kann. Zum Glück ist die Gegend südlich des Kilimanjaro zwischen Arusha und Moshi relativ sicher. Am schlimmsten ist die Region um den Viktoriasee, dort herrscht noch viel Aberglaube und Hexenwahn. Sepp Dietrich und Guido Kümin besuchten 2010 eine Organisation für Behinderte und Albinos in Mwanza. Dort wurden uns Polizeifotos von Albino gezeigt, die regelrecht „ausgeschlachtet" worden waren. Ein schrecklicher Anblick! In dieser Gegend ist es für Albino riskant frei herum zu laufen. Die Regierung hat eine Anzahl Albinos auf einer Insel im See untergebracht, wo sie sie besser schützen können. Warum werden die scheuen Albinos mit ihren roten Augen, weissen Haaren, einer Haut ohne Pigmente, Opfer von Angriffen auf Leib und Leben? Es geht letztlich um Geld und Reichtum. Skrupellose Reiche z.B. Besitzer von Minen zahlen Verbrecher, die Albino jagen, um in Besitz von Blut und Gliedern von Albinos zu kommen. Davon stellen Hexen, Zauberer, Medizinmänner eine „Medizin“ her, die von den reichen Leuten als Glücks- und Reichtumsbringer in Häusern, Minen etc. aufgestellt werden.

Die skrupellosen Drahtzieher sind mit ihrem Geld oft auch in der Lage, die Polizei und die Gerichte zu korrumpieren. Die Regierung in Tansania ist sich der Probleme bewusst. Sie unternimmt einiges zum Schutz der Albino. Vielleicht kann das Zentrum Boma einen Beitrag zu einem Gesinnungswandel leisten.



Kinder einer geflüchteten Albino-Familie fanden

Aufnahme im Zentrum Boma


Janet in der zweiten und Melissa in der ersten Primarklasse mussten traumatische Erfahrungen erleben. Eine ältere Schwester wurde eines Nachts in ihrem Haus von einer Gruppe von Männern angegriffen, die auf Jagd nach Körperteilen von Albinos waren. Sie hackten ihr beide Arme mit einem grossen Messer ab. Die junge Frau schrie um Hilfe. Verwandte und Nachbarn kamen ihr zu Hilfe. Sie starb an ihren schweren Verletzungen und dem Blutverlust. Die Angreifer wurden von der Polizei gefasst und das Gericht befasst sich mit ihrer Verurteilung. Dieser unglaubliche Fall wurde im tansanischen Fernsehen gebracht und erregte auch im Ausland grosses Aufsehen. Im westlichen Landesteil von Tansania (Grenzgebiet zu Rwanda) herrscht ein schlimmer Aberglaube über die Albinos und die Hexen-Effekte, welche vom Gebrauch ihrer Körperteile ausgehen. Tansania ist sehr besorgt über seinen guten Ruf, welcher durch solche barbarischen Praktiken in Gefahr ist. Leider war es bis heute nicht möglich, die abscheulichen Angriffe auf Integrität und Leben der Albinos zu unterbinden, weder durch Erziehung, noch durch die polizeilichen Kontrollen.

Wie kamen die beiden Schwestern des Opfers ins Heim Zentrum Boma, welches rund 1000 km von dem Ort des Verbrechens entfernt liegt? Der Distriktskommissar von Busia (Ort des Verbrechens) fragte die Huruma Schwestern, ob sie den Kindern einen sicheren Hort bieten könnten. So kamen sie ins “Zentrum Boma”. Die Distriksregierung gab dem Zentrum Boma 50 Säcke Mais als Entschädigung. In der Zwischenzeit haben sich auch die Eltern von Melissa und Jane in der Nähe des Heims niedergelassen.

Wir hoffen alle, dass sich die beiden Mädchen im Heim wohlfühlen und sich normal weiter entwickeln können.





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Die traumatisierte Melissa wurde gut ins Zentrum Boma integriert

Albino im Zentrum Boma -keine leichte Zukunft im späteren Leben.

Ich muss immer eine Kopfbedeckung tragen

Der Lehrer platzierte diesen kleinen Albino  unmittelbar vor der Wandtafel, weil er fast nichts sieht.

Wenn  Sie  noch mehr  Informationen  über die Albino-Frage wünschen, so klicken Sie auf das nebenan  platzierte Icon.

Peter  Ash,  ein  kanadischer Albino, Gründer der  Stiftung „Under  the  Same Sun“, besuchte Tansania  mehrere Male,  um der Weltöffentlichkeit  auf  die Sinnlosigkeit der Albinoverfolgung hinzuweisen.  Er  kam auch im  tansanischen Fernsehen zu Wort..

Under the Same Sun

Video zur Albino-Frage

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